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RAM – Random Access Memory oder die Geschichte der Alzheimer-Forschung - 01:40, 5/29/2009

Neulich in Klein Kleckersdorf zur Gemeinderatssitzung.

Abgehetzt kam ich völlig durchnässt am Gemeindehaus an und platzte auch noch (fast zu spät übrigens) zur bereits angeheizten Diskussionsrunde herein.

Ratlos schaute ich in die üppige Runde und fragte schließlich meinen Tischnachbarn, worum es denn hier überhaupt ginge.

Dieser zuckte jedoch mit den Schultern und verwies mich auf die andere Seite zum Nachbarn.

Herr Müller, ein mittlerweile betagter, gut situierter Rentner mit sehr viel Zeit, erklärte mir dann unmissverständlich, dass es ihn überhaupt nicht interessiere, wozu man denn nun auch noch im Gemeindezentrum die neuen Dinger anschaffen sollte. Wo doch ohnehin schon alles von dieser neuen Technik übervölkert werden würde.

Ach wie sehr wünschte er sich doch die guten alten Zeiten zurück, in dem es noch Schreibmaschinen und Wiegekarten in der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) gab und nicht wie heute diese modernen Dinger.

Langsam schwante mir worum es hier wohl hauptsächlich ging. Sollten doch für das neue Gemeindezentrum eigens eine neue Technik mit hochwertigen Computern aus der Gemeindekasse angeschafft werden.

Als ich mich dann der hitzigen Diskussion wieder zugewandt hatte, ging es auch schon um die interne Ausstattung dieser PCs.  Es fielen Schlagwörter wie RAM, Arbeitsspeicher, Gigabyte, DDR RAM, Hardware, Software. Ach und allerlei mehr, welche von unseren so genannten „Experten“ heiß diskutiert wurden.

Der Rest der Gemeinderatsmitglieder verfolgte ratlos die verbale Auseinandersetzung zwischen unserem Bürgermeister und dem selbsternannten Administrator.

Spätestens bei diesem Titel fielen einige fast vom Glauben ab.

Schließlich stellte sich nun für mich auch die Frage,“was ist das ?“

Herr Schlaumacher von der grünen Fraktion erklärte mir das nun einmal so. Angemerkt sei, dass auch er bereits zwischen Rentenalter und Pflegedienst schwebte.

Nun meinte er, da er ja gerade erst sein Englisch-Diplom in der Uni verliehen bekommen hatte, müsse er das einmal genauer beleuchten.

RAM, DDR RAM, Gigabyte und Co. seien seiner Meinung nach englische Begriffe, wo ich ihm ja noch vollends zustimme.

Nur seiner hochinteressanten Erklärung dieser Begriffe konnte ich nicht ganz folgen.

Da meinte er doch zu RAM, dass es doch ein Zufalls-Zugangs-Erinnerungs-Baustein sei, vergleichbar mit den Alzheimertabletten seiner Frau, welche nach seiner Meinung ja auch nur ein Erinnerungs-Baustein sind. Nunja…

Zum DDR-RAM erklärte er mir dann, dass dies ja logischerweise der Doppelte-Daten-Anteil- Zufalls-Zugangs-Erinnerungs-Baustein sei. Aber eine doppelte Dosis würde seiner Frau wohl mehr schaden als Nutzen, denn an alles Vergangene muss man sich ja auch nicht mehr unbedingt erinnern.

Mit einem unterdrückten Lachen verabschiedete ich mich von Herrn Schlaumacher und sauste aus dem Gemeindesaal zum nächsten Termin.


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